Wie steht es um die Digitalisierung im Schweizer Spitalwesen?

Inwieweit begleiten und unterstützen Schweizer Spitäler ihre Patienten auf ihrem Patientenpfad? Der Patientenpfad wird in die drei Phasen, vor, während und nach dem Spitalaufenthalt, eingeteilt. Dabei soll der Patient in den Mittelpunkt gerückt und die Prozesse seinen Bedürfnissen angepasst werden.

Digitalisierung entlang der Phase vor dem Spitalaufenthalt
In der Phase vor dem eigentlichen Spitalaufenthalt liegt der Fokus auf der optimalen Vorbereitung für den Patienten und das Spital. Mittels digitalen Tools soll der Patient möglichst einfach und effizient alle administrativen Aufgaben erledigen können. Dazu zählen zum Beispiel das Übermitteln von administrativen Daten, die Menüauswahl oder präoperative Beratungs- und Aufklärungsgespräche. Aktuell finden sich aber kaum digitale Instrumente in den Spitälern, welche diese Phase des Patientenpfads unterstützen würden.  

Digitalisierung entlang der Phase während dem Spitalaufenthalt
In dieser Phase geht es vor allem um die Gestaltung einer effizienten und transparenten Koordination und Kommunikation mit dem Patienten. Digitale Hilfsmittel können dabei helfen, den Aufenthalt für den Patienten angenehmer zu gestalten. Self-Services in dieser Phase betreffen vor allem digitale Medikationspläne, Terminverwaltungen, Patientenbefragungen oder Dienstleistungen rund um die Hotellerie wie zum Beispiel die digitale Menübestellung. Bis heute werden diese Services aber noch sehr zurückhaltend eingesetzt. Die digitale Gebäudenavigation kommt praktisch in keinem Spital zur Anwendung. Immerhin scheint der Ansatz der Hotellerie-Services in rund der Hälfte der befragten Spitälern in Diskussion zu sein.

Digitalisierung entlang der Phase nach dem Spitalaufenthalt
In dieser Phase geht es um eine optimale Unterstützung des Patienten, damit der Genesungsprozess und die weitere Nachsorge optimal gestaltet werden kann. Die Autoren dieser Studie sehe hier ein grosses Potential, da sich hier der digitale Austausch zwischen Spital und Patient im Wesentlichen darauf beschränkt, dem Patienten Dokumente bereitzustellen. Einen Mehrwert für den Patienten, aber auch für das Spital wären hier Service-Leistungen wie die digitale Unterstützung für die Nachsorge-Untersuchung oder digitale Kommunikationsmöglichkeiten, welche über den üblichen Email-Verkehr hinausgehen.

Fazit und Ausblick
Eine ganzheitliche digitale Unterstützung des Patientenpfads durch die Schweizer Spitäler erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Digitale Instrumente werden vor allem in den Phasen während und nach dem Spitalaufenthalt eingesetzt. Vor dem effektiven Aufenthalt existieren so gut wie keine Self-Services, welche eine effizientere Prozessgestaltung ermöglichen und dabei den Patienten so gut möglich unterstützen würden. Die COVID-19 Pandemie brachte auch die fehlenden digitalen Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Mitarbeitenden selbst wie auch die Kommunikation zwischen Spital und Patient zum Vorschein. Jedoch wurden zwischenzeitlich in vielen Spitälern digital aufgerüstet und Potentiale in diesem Bereich erkannt. 

Im vierten und letzten Teil dieser Blog-Serie geht es um das Thema «elektronisches Patientendossier».

 

Quelle und Bilder: Markstudie der Management-Beratung Synpulse 2020 – Auf dem Weg zum «digitalen Spital».